Bergkamen: Mieterin im Kampf gegen Mängel und Bürokratie

Die Fritz Steinhoff Str. 5 in 59192 Bergkamen sollte seit 2018 ein Zuhause sein, doch für die alleinerziehende Mutter mit drei Kindern, darunter ein Kind mit Asthma, wurde es zu einem Ort des Kummers, des Ärgers und der Vernachlässigung.

In einem weiteren Fall von vielen Wohnungsmängeln und bürokratischen Hindernissen stehen sie vor der Herausforderung, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Die Liste der Probleme ist lang: Defekte und kaputte Heizungen, undichte Fenster oder solche, die sich nicht schließen lassen, Schimmel im Kinderzimmer und in der Küche, dazu ein Dach, das unter Wasser steht – ein unhaltbarer Zustand.

**Kampf um ein sicheres Zuhause: Familie in Bergkamen gegen Wohnungsmängel und bürokratische Hürden**

Trotz zahlreicher Beschwerden an der aktuellen Hausverwaltung MVGM (Eigentümer ist die Silver Wohnen 5) blieb jede Hilfe von dort aus. E-Mails verhallen unbeantwortet, die Hotline der MVGM verspricht Weiterleitungen, doch nichts geschieht bis heute.

Die alleinerziehende Mutter zögerte nicht

**Kampf um ein sicheres Zuhause: Familie in Bergkamen gegen Wohnungsmängel und bürokratische Hürden**

Ein Anwalt wurde eingeschaltet, der nicht nur fristlos kündigte, sondern vorher schon dringend zum Umzug riet, angesichts der Missstände und der Untätigkeit der vorherigen Hausverwaltung Belvona, aber auch der jetzigen MVGM-Hausverwaltung. Weder ist man offenbar gewillt, Mängel abzustellen, noch reagiert man von dort bis heute nicht einmal auf die fristlose Kündigung.

Mieterin wendet sich an das Jobcenter

Doch selbst dieser Weg erwies sich als steinig, als das Jobcenter den Umzugsantrag mit der fragwürdigen Begründung ablehnte, es gebe keine ausreichenden Gründe. Fotos der Mängel, Schreiben des Anwaltes und ein ärztliches Attest über die Asthmaerkrankung der ältesten Tochter schienen nicht auszureichen.

**Kampf um ein sicheres Zuhause: Familie in Bergkamen gegen Wohnungsmängel und bürokratische Hürden**

Die Mieterin bot dem Jobcenter eine Vor-Ort-Besichtigung an, um die Bearbeitung ihres Anliegens zu erleichtern und gleichzeitig die Zustände zu belegen. Wir haben auch eine klare Stellungnahme an das Jobcenter Bergkamen gesendet. Laut der Mieterin wurde der alleinerziehenden Mutter fälschlicherweise, unter dem Verdacht, dass sie am 01.01.2024 umziehen würde, ihre Leistungen komplett gestrichen.

Der tatsächliche Umzug soll jedoch erst am 01.02.2024 stattfinden. Trotzdem wurden die aktuelle Miete vom Jobcenter weiterhin gezahlt und die offene Betriebskostenforderung von 2022 in Höhe von 2600 Euro blind, ohne vorherige Prüfung, beglichen.

Laut der Mieterin war eine rechtliche Prüfung nicht mehr möglich, da das Jobcenter damit drohte, alle Leistungen zu streichen, wenn die Abrechnung nicht eingereicht wird.

Trotz des unbestreitbaren finanziellen Vorteils für das Jobcenter durch die neue Wohnung, die monatlich 256€ weniger kosten würde, und der Mängelfreiheit verweigert das Jobcenter weiterhin die Übernahme von Kaution und Umzugskosten wie Umzugswagen, und so weiter, sowie den gesamten Umzug. Diese absurde Hürde bereitet den bereits belasteten Familienmitgliedern zusätzlichen Stress.


Auch hier berichteten Wir: Hausverwaltung MVGM: Betreibt weiterhin Verwirrung bei den Mietern


Die verzweifelte alleinerziehende Mutter steht vor einem Dilemma

Mutter mit Kindern soll sich offebar weiterhin den unhaltbaren Zuständen aussetzen oder gegen die bürokratischen Windmühlen kämpfen, die ihnen ein besseres Leben verwehren.

Wir unterstützen die Mieterin und alleinerziehende Mutter seit neun Monaten und sind fassungslos über solch ein Verhalten. Hier ist kein geeignetes Wohnumfeld für Kinder mit solch einer Erkrankung.



Der Fall verdeutlicht die dringende Notwendigkeit

von Reformen im Mietrecht, aber vor allem den städtischen Umgang mit solch einer Ignoranz, solcher Hausverwaltung und Eigentümern. Hier muss mehr Einsatz von der Stadt Bergkamen kommen. Dem werden wir Nachdruck aussetzen. Denn hier greift das Wohnraumstärkungsgesetz – WohnStG und das WAG NRW. Menschen in solchen prekären und unhaltbaren Situationen müssen wirkungsvoller unterstützt werden.